Das Bundesverkehrsministerium hat am 29. Januar 2026 die Pläne der Deutschen Bahn für das Projekt Ulm–Augsburg dem Bundestag zur Entscheidung übergeben. Damit beginnt die parlamentarische Befassung, ein entscheidender Schritt für den Ausbau der Schienenverbindung in Bayerisch-Schwaben.
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, betont:
„Ich freue mich sehr, dass die DB InfraGO eine Vorzugsvariante für die neue Bahntrasse in Schwaben vorgelegt hat, die wir nun nach eingehender Prüfung dem Bundestag zur finalen Entscheidung vorlegen können. Dabei möchte ich die Gelegenheit nutzen, beim Parlament dafür zu werben, neben der planerischen auch die finanzielle Zukunft des Projekts langfristig abzusichern. Denn auch wenn die Sanierung des Netzes aktuell Priorität hat, dürfen wir darüber nicht den Neu- und Ausbau aus dem Auge verlieren, wenn wir den Mobilitätsbedürfnissen des Landes und der Menschen vor Ort auch in Zukunft gerecht werden wollen. […] Die Entscheidung, unter welchen Prämissen die Planung fortgesetzt wird, obliegt nun dem Deutschen Bundestag.“
Lange erklärte der Augsburger Allgemeinen, dass er damit rechne, dass der Bundestag bis zum Sommer den Weg für das Milliardenvorhaben freimacht. Innerhalb von fünf Jahren könnte dann die endgültige Planung stehen.
Main Line Mitglied IHK Schwaben begrüßt Meilenstein
Die IHK Schwaben bezeichnete die Übergabe der Planung an den Bundestag als wichtigen Schritt. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen erklärt:
„Die Übergabe der Planung an den Bundestag ist ein wichtiger Meilenstein, allerdings nur einer von vielen. Für die Wirtschaft hat es große Bedeutung, dass dieses Vorhaben einen formalen Schritt weiterkommt, denn es nützt nicht nur Ulm und Augsburg und der Region dazwischen, sondern als Teil der ‚Magistrale für Europa‘ dem gesamten süddeutschen Raum.
Wichtig ist jetzt: Im weiteren Verfahren sollte Ulm–Augsburg nicht mit Projekten in einem Paket ‚gebündelt‘ werden, die politisch unsicher sind, absehbar noch viel Mühe machen und Zeit brauchen. Wirtschaft und Politik in der Region stehen hinter dem Vorhaben. Das Projekt darf jetzt nicht in eine Warteschleife geraten, nur weil man zum Beispiel beim Brenner-Zulauf nicht weiterkommt. Es hat nun exakt ein Jahr gedauert, bis die Plan-Unterlagen der Bahn vom Ministerium geprüft waren und an den Bundestag übergeben wurden. Wir wünschen uns, dass die nächsten Schritte deutlich schneller folgen. Es geht schließlich um eine Schnellbahnstrecke… Die Politik hat nun die Chance, Handlungsfähigkeit zu beweisen.“
Hintergrund zum Projekt
Die Deutsche Bahn hatte ihre Vorschlagsvariante für den Lückenschluss zwischen den ICE-Bahnhöfen Ulm und Augsburg bereits am 21. Juni 2024 vorgelegt. Das Aus- und Neubauvorhaben ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als „vordringlicher Bedarf“ enthalten. Offiziell gestartet wurde das Projekt am 28. Februar 2019.
Das Projekt Ulm–Augsburg ist ein zentraler Baustein der „Magistrale für Europa“, dem internationalen Schienenkorridor von Paris über Ulm und Augsburg bis nach Budapest und Bratislava. Nach dem Parlamentsbeschluss sollen Entwurfsplanung und Planfeststellungsverfahren in mehreren Teilabschnitten folgen, bevor eine genauere Bauzeitprognose möglich ist.