Die Organisation Transport & Environment (T&E) hat aktuell untersucht, warum grenzüberschreitendes Bahnfahren oft noch so kompliziert. Die Veröffentlichung kommt zum richtigen Zeitpunkt, da die EU-Kommission für den 13. Mai ein Gesetzespaket angekündigt hat, das den digitalen Ticketkauf und die Fahrgastrechte grundlegend verbessern soll.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
- Zeitfresser: Wer international den Zug statt das Flugzeug wählt, braucht für die Buchung im Schnitt 70 % mehr Zeit.
- Lücken im System: Auf fast der Hälfte der wichtigsten europäischen Routen lassen sich Tickets nicht über die gängigsten Verkaufsstellen buchen.
- Abschreckungseffekt: Über 60 % der Reisenden haben aufgrund des hohen Aufwands bei der Buchung schon einmal auf eine Fernreise mit der Bahn verzichtet.
- Preisunterschiede: Private Plattformen helfen zwar aus, weisen aber oft massiv schwankende Preise auf.
Fazit: Der Bericht liefert wertvolle Daten, um der oft gehörten These entgegenzuwirken, die Fahrgäste seien mit dem Status Quo bereits zufrieden. Auch wenn die Studie bei den konkreten Lösungswegen noch recht vage bleibt, unterstreicht sie deutlich den Handlungsbedarf. Es liegt nun an der EU-Kommission, am 13. Mai praxistaugliche Vorschläge zu liefern.
Quelle: Jon Worth: We now know the scale of EU rail ticketing issues. Commission, over to you!