Schulterschluss für Magistrale: Gemeinsames Signal aus Mühldorf an die Bundespolitik

Am 31. März 2026 wurde das InfoCenter der ABS 38 in Mühldorf zum Schauplatz eines entscheidenden Dialogs. Gemeinsam mit der DB InfraGO, dem VCD Landesverband Bayern, der Initiative „Main Line for Europe“ e.V. und dem Kundenbeirat der Südostbayernbahn (SOB) wurde ein deutliches Zeichen gesetzt: Vor zahlreichen MdB, MdL und Landräten wurde klargestellt, dass die europäische Schienenanbindung Südostbayerns nicht länger an bürokratischen Finanzhürden scheitern darf.

In der hochkarätig besetzten Veranstaltung herrschte Einigkeit darüber, dass die ABS 38 das Herzstück der europäischen Schienenachse Paris – Straßburg – München – Wien – Budapest ist. Annika Hummel (Geschäftsführerin Main Line for Europe), Dr. Bronnert (Logistikleiter Wacker Chemie & Vorstand Main Line for Europe), Dr. Christian Loos (Vorsitzender VCD Bayern) sowie Wilhelm Mack (Vorsitzender SOB-Kundenbeirat) unterstrichen in ihren Impulsen die strategische Tragweite: Das Projekt ist kein lokales Vorhaben, sondern eine der wichtigsten Lebensadern für den grenzüberschreitenden Verkehr in Europa.

Strategischer Lückenschluss statt Finanzstopp

Trotz der beeindruckenden Fortschritte unter der Leitung von Gesamtprojektleiter Alexander Pawlik (DB InfraGO) – 13 von 16 Planfeststellungsabschnitten befinden sich bereits im Verfahren – sorgt die ausstehende baufachliche Freigabe durch das Bundesfinanzministerium (BMF) für kritische Verzögerungen. In der Diskussion kristallisierte sich eine geschlossene Haltung der Initiatoren zu folgenden Punkten heraus:

  • 115 Millionen Euro für den Projekthochlauf: Der Antrag auf baufachliche Freigabe für die Planungsabschnitte 1 und 4 liegt dem BMF seit Februar vor. Es bedarf jetzt der Verpflichtungsermächtigung, um den Baustart ab 2028 zu sichern und die Elektrifizierung Richtung Simbach aktiv anzuschieben.
  • Fristwahrung bis 30.06.2026: Das Eisenbahn-Bundesamt erwartet die Baureife zum Ende des zweiten Quartals. Die Politik muss jetzt handeln, damit die Planreife unmittelbar in die Umsetzung übergehen kann.
  • Wirtschaftlicher Brennpunkt: Für das Bayerische Chemiedreieck ist die Schiene existenziell. Dr. Bronnert verdeutlichte für die Wacker Chemie AG, dass man derzeit gezwungen sei, unter hohem Kostendruck eigene Logistikkapazitäten auszubauen, um Infrastrukturdefizite abzufangen. Dies untergrabe die Position des Standorts im konzerninternen Wettbewerb zunehmend.
  • Fahrgastperspektive & Klima: Der VCD Bayern und der SOB-Kundenbeirat machten deutlich, dass die ABS 38 für die Menschen in Südostbayern endlich eine zeitgemäße Anbindung und die dringend notwendige Kapazitätserweiterung für den Klimaschutz auf der Schiene bedeutet.

Ein starkes Bündnis für den D-Takt

Die Vision der Partner sieht eine durchgängige Hochleistungsstrecke vor. Mit dem Ausbau wird der Deutschlandtakt Realität: Ein verlässlicher 2-Stunden-Takt zwischen München und Wien sowie die Aufwertung Mühldorfs zum Fernverkehrshalt sind greifbar nah – sofern die Finanzierung durch den Bund jetzt gesichert wird.

Fazit der Partner

Die Veranstaltung endete mit einem geschlossenen Appell an die anwesenden Mandatsträger, ihren Einfluss insbesondere gegenüber dem Finanzausschuss des Bundestages geltend zu machen, um die notwendige Priorisierung sicherzustellen.

„Die ABS 38 ist die Brücke zwischen West- und Osteuropa. Wir haben die Unterstützung der Wirtschaft, die Expertise der Fahrgastverbände und die Baureife in Sichtweite – jetzt muss der Bund seiner Verantwortung für diese europäische Magistrale gerecht werden.“Annika Hummel, Geschäftsführerin Main Line for Europe e.V.

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